Der Erasmusaufenthalt in Wien war meine Lebensreise, an die ich sehr gerne zurückdenke!

Ich heiße Karolina Lisowska. Ich komme aus Polen und wohne in Kleinpolen, genauer gesagt in Tarnów. Dort studiere ich Germanistik an der Fachhochschule und jetzt bin ich im dritten Studienjahr. In diesem Semester schreibe ich auch meine Bachelorarbeit.  Im Mai 2017 habe ich mich entschieden meinen Erasmusaufenthalt zu verwirklichen. Jetzt kann ich schon sagen, es war meine beste Entscheidung. Deutsch lerne ich seit der Grundschule und schon damals wusste ich, dass ich in der Zukunft Deutsch auch an der Uni gerne studieren will.  Und jetzt erfüllen sich meine Träume. Ich reise gern, deshalb war mein Auslandssemester für mich eine gute Chance um noch mehr zu reisen.

Bevor ich nach Wien zum Erasmus gekommen bin, war ich dort nur einmal gewesen. Das war vor eineinhalb Jahre. Damals war ich in Wien mit meinem Freund und wir haben dort nur zwei Tage verbracht. Damals hatte ich noch nicht gedacht, dass ich später die Möglichkeit bekomme, in Wien ein Semester zu verbringen und hier auch zu studieren. Überraschend für mich war das, das Wien so eine multikulturelle Stadt ist. Man kann überall die Personen finden, die aus der ganzen Welt kommen. Bei uns in Polen ist es ganz anders. Wenn jemand aus Ausland kommt, ist das etwas Neues und Ungewöhnliches. Natürlich es ist aber nicht immer dieser Fall. Zum Beispiel in den Großstädten, wie Kraków, Warszawa oder Wrocław kommen sehr oft die Touristen aus Ausland. Aber in meine Stadt kommen nicht so viele Touristen. In Wien kann man hören sehr viele verschiedene Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch und auch Polnisch. Man fühlt sich in Wien sehr gut, ruhig und sicher. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich mich in Wien sicherer fühle als in Tarnów. Zum Beispiel kann ich in Wien spät durch die Straße gehen und ich habe keine Angst. Ich weiß, dass daneben die Leute sind, die mir helfen könnten. Bei uns in Tarnów würde ich Angst haben so spät raus zu gehen. Es geht nicht aber darum, dass die Leute gefährlich sind. Am Marktplatz oder in der Umgebung, wo ich wohne, kann man nach 19 Uhr niemanden finden. Die Straßen sind leer und still.

Man kann überall die Informationen finden, dass heutzutage in Europa sehr gefährlich ist. Es gibt so viele Attentate in Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden oder Spanien. Trotzdem habe ich mich nicht in Wien bedroht gefühlt. Für viele junge Leute ist diese Sache sehr wichtig. Meine Freundin, die auch Schwedisch lernt, hat die Möglichkeit nach Schweden zu fahren und dort ein Sprachkurs zu besuchen. Sie mag wirklich diese Sprache und weiß, dass es für sie die beste Chance war, schwedisch zu lernen. Aber sie hatte auch große Angst, dorthin zu fahren aus den Sicherheitsgründen.

Ich verstehe ihr komplett. Am Anfang hatte ich auch darüber nachgedacht, ob ich mich in Wien sicher fühlen kann. Trotz allem habe ich solche Entscheidung getroffen und ich habe in Wien studiert. Und darüber freue ich mich jetzt sehr.

Ich studiere Germanistik und der Aufenthalt in einem deutschsprachigen Land war für mich besonders wichtig. Wo anders als in Österreich oder in Deutschland kann ich meine Sprachkenntnisse verbessern? In Wien hatte ich fast überall Deutsch gehört und das war die beste Übung.

Einmal war ich mit meiner Freundin, die in Wien geboren ist und auch hier wohnt, in einem Tanzkurs. Wir haben viele neue Leute kennengelernt und ich habe mich so gefühlt als ich in meinen Heimat wäre. Die Leute waren sehr freundlich, hilfsbereit und sympathisch. Das war für mich auch sehr wichtig. Aber ich finde, dass die Österreicher und Polen sehr ähnlich sind was den Charakter betrifft.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Schulsystem und Studium in Österreich ganz anders aussieht. Wie ich schon erwähnt habe, studiere ich Germanistik an der Fachhochschule in Tarnów. Jetzt nach dem Erasmusaufenthalt in Wien kann ich sagen, dass das Studium in Wien für mich besser ist. Ich weiß, dass wahrscheinlich das „echte“ Studium bisschen anders aussieht, aber trotzdem gefällt es mir hier mehr als in Polen. Bei uns in Tarnów lernen wir sehr viel nur aus den Büchern. Wir verwenden natürlich Internet und viele Programme aber das sieht anders wie an der Pädagogische Hochschule an. Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit hatte, im Ausland zu studieren. Das war für mich sehr wichtig und eine große Chance.

Alle Erasmus-Studenten waren sehr freundlich und offen. Wir kommen aus verschiedenen Ländern, aber wir haben keine Sprachbarrieren. Wir haben entweder auf Deutsch gesprochen oder eine andere Sprache benutzt und haben damit wirklich viel Spaß gehabt.

Am Anfang war ich überrascht, dass es hier auch viele Personen, die kein Deutsch sprechen, gibt. Das war eine sehr mutige Entscheidung, ins Ausland zu fahren und trotzdem die Sprache nicht kennen. Aber deshalb fährt man doch ins Ausland – um hier die Sprache zu verbessern oder sie einfach zu lernen.

Im Zusammenhang mit der Sprache kann ich sagen, dass ich noch viele Personen getroffen habe, die in Wien leben und sprechen kein Deutsch. Zum Beispiel war ich einmal am Bahnhof und wartete auf den Zug. Eine Frau wollte die Tickets kaufen, aber sie hatte keine Ahnung, wie sie das machen sollte. Ich habe ihr geholfen und es hat sich herausgestellt, dass sie aus Polen kommt. Wir haben ein paar Minuten gesprochen und sie sagte mir, dass sie in Wien seit 5 Jahren lebt. Ich habe sie gefragt, wie das möglich ist, dass sie hier wohnt und trotzdem kein Deutsch spricht. Sie hat mir geantwortet, dass sie immer das Glück hat, dass ihr jemand hilft. Sie sagte auch, dass sie fühlt sich in Wien sehr gut und sicher und die Leute sind hier immer sehr freundlich. Ich war sehr überrascht, aber ich finde es auch, dass die Österreicher und Österreicherinnen sehr behilflich sind.

Während meines Aufenthalts in Wien habe ich nicht besonders meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet, welche Vor-und Nachteile ich in Wien sehe. Jetzt bin ich schon in Tarnów zurück, also sehe die Unterschiede zwischen Polen und Österreich klar.

Die erste Sache, die mich einfällt ist der Verkehr.
In Wien funktioniert alles perfekt. Ich wohne in einer kleinen Stadt und ich muss immer auf meinen Bus ca. 20-30 Minuten warten. In Wien musste ich am längsten nur 6 Minuten warten 🙂 Natürlich ist es nicht so in ganzen Polen. Zum Beispiel in Warschau gibt es die U-Bahn und auch die anderen Verkehrsmittel funktionieren hier sehr gut und sind auch zuverlässig.

Anderseits gibt es in Wien sehr viele Autos. Die Fahrt mit dem Auto in der Hauptverkehrszeit ist etwas Schreckliches. Es kann sehr sehr lange  dauern. Im Vergleich zu Tarnów muss man auch manchmal im Stau stehen aber es dauert nicht so lange wie in Wien.

Ich wohne in Tarnów, aber mein Stadtteil befindet sich nicht im Zentrum. Ich wohne im Einfamilienhaus und wir haben einen Garten. Also in meiner Umgebung ist es ganz ruhig.  In Wien habe ich in Studentenheim gewohnt, neben die Straße. Am Anfang war für mich sehr schwer, mich dazu anpassen. Durch das Fenster habe ich nur Autos und Straßenbahne gesehen. Ich habe meinen Garten sehr vermisst. Aber trotzdem, dass Wien eine sehr große Stadt ist, kann man hier sehr viele Plätze finden, wo man sich ausruhen oder ganz einfach spazieren gehen kann.

Wien ist eine Stadt mit vielen Traditionen und hat eine sehr interessante und lange Geschichte. Ich konnte viele verschiedene Informationen erfahren, die ich bisher nicht kannte. In Wien gibt es so viele Museen und Ausstellungen. Ich mag reisen sehr und immer, wenn ich irgendwohin fahre, will ich so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich anschauen und die Museen besichtigen.

Ich finde, dass die populärste Persönlichkeit in Wien ist die Kaiserin Elisabeth. Ich interessiere mich für ihr Leben. In Wien kann man sehr viele Plätze finden, die mit Sisi verbunden sind. Wann ich nur die Freizeit hatte, wollte ich diese Plätze besichtigen. Am Anfang war ich in Schloss Schönbrunn und habe den Garten besichtigt. Das ist mein Lieblingsort in Wien. Dort ist es immer sehr viele Leute, aber man kann auch die ruhigen Plätze finden, wo man sich ausruhen kann oder auf einer Sitzbank setzen und ein Buch lesen.

Der nächste Ort, wo ich war, ist Hofburg. Daneben befindet sich auch Sisi Museum. Ich habe auch das Kaisergruft gesehen und die anderen Plätze. Ich war sehr gefreut, dass ich in dieser Stadt wohnen und studieren konnte, wo Sisi in der Vergangenheit lebte.

Die letzte Sache, die für mich sehr wichtig und überraschend war, ist die Einstellung der Österreicher zu Studenten, beziehungsweise zu Ausländern.

Letzten Sommerferien habe ich bei uns in Tarnów ein Praktikum gemacht. Ich arbeitete in Touristeninformation. Damals hebe ich zwei Personen kennengelernt, die aus Österreich kommen und in Wien wohnen. Ich habe mit Ihnen damals gesprochen und habe Ihnen gesagt, dass ich auch in Wien studieren werde. Also ab August war ich mit Ihnen im Kontakt und als ich nach Wien gekommen war, haben wir uns fast jede Woche getroffen. Dank Ihnen habe ich sehr viele Sachen über Leben in Wien erfahren, zum Beispiel wo ich billig einkaufen kann, wie ich zur Uni komme oder wo sich die wichtigsten Plätze befinden.

Ich möchte darüber schreiben, weil ich viele verschiedene Sachen über Österreicher gehört habe – dass sie sehr geschlossen sind, undeutlich und schnell sprechen und so weiter. Ich kann das nicht sagen. Ich habe dieses Glück gehabt, sehr freundliche und hilfsbereite Personen kennenzulernen. Man kann über jede Nation sagen, dass die Leute offen oder geschlossen sind. Ich finde, es hängt von jeder einzelnen Person ab.

Ich freue mich sehr, dass ich in Wien studieren konnte. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und meine Sprachkenntnisse verbessert. Meiner Meinung nach sollte jede Person, die irgendwelche Fremdsprache studiert, nach Ausland fahren. Man kann viele Erfahrungen sammeln und durch das ganze Leben an diese Zeit erinnern. Persönlich kann ich sagen, dass Erasmusaufenthalt in Wien meine Lebensreise war und ich werde daran sehr gut zurückdenken.

Karolina Lisowska